Arbeitskreis Gesellschaft und Soziales

Mögliche Lage des Öku-Dorfes
Auf zum Öku-Dorf!
Coleman-Wachturm

Bürgerbeteiligung für Coleman Barracks geht in die zweite Runde

Die Coleman Barracks im Mannheimer Norden sind mit über 200 Hektar die größte Mannheimer Konversionsfläche. Im Jahr 2013 wurden bereits in einem Workshop gemeinsam mit politischen Vertretern, Institutionen und Initiativen sowie der Bürgerschaft Leitideen und Nutzungsvorschläge für das Areal erarbeitet.

Die Stadt Mannheim setzte daraufhin eine Gesprächsreihe an, in der die Ideen und Projekte einzeln vorgestellt und diskutiert wurden. Der Intention damals: „Mit den ‚Coleman-Gesprächen‘ möchten wir allen Interessierten sehr frühzeitig - vor dem Beginn von Rahmenplanungen - die Möglichkeit geben, Ihre Ideen einzubringen und sich zu beteiligen“, so Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz. „Dabei ist es unser gemeinsames Ziel, die Lebensqualität im Mannheimer Norden zu erhöhen.“

Unter dem Titel „Coleman-Gespräche – Perspektiven für den Mannheimer Norden“ fanden 2014 insgesamt drei Veranstaltungen – offen für jedermann – statt. Ziel war es, ein Bürgerleitbild zu entwickeln, das in die städtebaulichen Planungen eingeht, die im Anschluss beginnen sollten. Themen und Schwerpunkte waren folgende:

Am 21. Mai 2014 standen unter dem Motto "Begegnung und Folge der Generationen" die Themen Siedlungsprojekt „Öku-Dorf Scarra“, Generations-häuser, die Bevölkerungsentwicklung sowie das Geschichtsprojekt "ZeitStrom" im Mittelpunkt in Sandhofens Gasthof "Zum Adler". Professor Dr. Ursula Stein und Henrik Schultz, beide erfahrene Stadt- und Freiraumplaner, begleiteten und moderierten die Veranstaltung.

Am 25. Juni 2014 fand das zweite Coleman-Gespräch statt, dieses Mal unter dem Motto "Die Weite bei Sport und Freizeit erleben". Dabei wurden u. a. Konzepte für Golf- und Freizeitanlagen sowie Wassersport auf der Konversionsfläche vorgestellt.

Die letzte Veranstaltung der Gesprächsreihe folgte am 17. September 2014. Unter dem Titel „Der Norden vernetzt in der Region“ wurden an diesem Abend Konzepte zu Autohof und Logistik präsentiert und diskutiert.


Mutter, 1951
Selbstbildnis, 1986
Martyrium, 1982
Gemähte Kornfelder, 1986
Am Chiemsee, 1990
Hütte am Chiemsee, 1990

Der Maler Willi Wernz

Wie bereits auf der Starseite angemerkt, bemüht sich der Arbeitskreis Gesellschaft und Soziales, das Andenken an den Sandhofer Maler Willi Wernz in Ehren zu halten. Konkret ist man derzeit bemüht, im Rahmen der baulichen Erneuerung der Sandhofenschule, diese nach dem großen Sohn Sandhofens zu benennen. Um Leben und Werk dieses Malers einer breiteren Öffentlichkeit näher zu bringen, haben wir nachfolgenden Beitrag verfasst.

Willi Wernz war ein Künstler mit fester Verankerung in Mannheim, oder besser noch gesagt: in Sandhofen. Er war ein bescheidener Mensch. Geboren wurde er 1919 in der Petersauerstraße 9 in Sandhofen, dem Ort, an den es ihn immer wieder in seinem Leben zurückzog. Der Vater stammte aus Mannheim, die Mutter aus Zwingenberg. Valentin Wernz war Zugführer und hatte mit Kunst nichts zu tun, wohl aber der Großvater. Der war Dirigent und liebte die Musik über alles.

Schon als Kind fühlte sich Willi Wernz zur Malerei hingezogen. Nach der Schule arbeitete Willi Wernz sechs Jahre als Lithograph in einer Ludwigshafener Druckerei. Bei Kriegsausbruch wurde er eingezogen und zeichnete von Stund an Karten für eine Versorgungseinheit. Auch der Einsatz an der Front blieb ihm nicht erspart, bis er 1945 in sein Geburtshaus nach Sandhofen zurückkehrte.

Als die Münchener Akademie wieder ihre Tore öffnete, bewarb sich Wernz. Er erhielt ein Stipendium. Weil sein Lehrer, Professor Geiger, am Chiemsee lebte, zog es auch seinen Schützling dort hin. 1948 zog es ihn aber zurück nach Sandhofen. Seit dieser Zeit arbeitete er als freischaffender Künstler. Bei Durststrecken – und diese kamen häufig vor – verdiente er sich mit Mal- und Zeichenunterricht immer ein paar Mark dazu. Dann kamen die ersten Aufträge. Sein Name sprach sich langsam herum.

Wernz konnte in den ersten zwanzig Jahren seines Schaffens vornehmlich durch „Motive vom Strand“, inspiriert durch Motive am benachbarten Rheinufer seines Wohnortes, faszinieren. Zwar nicht die Landschaft im weiteren Sinne, die fast ausschließlich in seinen Handzeichnungen überhaupt eine Rolle spielte, sondern vermodernde Anspülungen, etwa Kadaver von Fischen und anderen Tieren, die er in subtiler Weise in verhaltenden Farbtönen malte. In diese Zeit fällt auch der Erhalt verschiedener Kunstpreise und ein Stipendium des Kunstkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie. Erst seine späteren Gemälde scheinen abstrakt zu sein. Dennoch ist das Gegenständliche, dem er immer treu geblieben ist, darin enthalten, man muss nur genauer Hinsehen.

Seine erste Mannheimer Ausstellung war 1948 im Lesesaal der Kunsthalle, die letzte große nach seinem Tod 1998. Dazwischen liegen Jahre mit verschiedenen Aktivitäten. Auffallend sein pädagogisches Wirken: angefangen mit Kindermalstunden in verschiedenen Jugendhäusern und der Kunsthalle, über das Engagement des Künstlerbundes Rhein-Neckar, bis hin zur Lehrtätigkeit an der Salzburger Sommerakademie.

Am liebsten arbeitete Wernz spätnachmittags und nachts. In der Petersauerstraße in Sandhofen entstanden viele seiner Gemälde, während er für seine Zeichnungen den Tag und die freie Natur bevorzugte. In der zweiten Hälfte seines Künstlerlebens lebte er stärker von Aufträgen. Portraits für die Zeitschrift „Chemie und Technik“ gehörten ebenso dazu, wie die von vielen privaten Nachfragenden. Immer wieder flatterten in dieser Zeit Einladungen zu Ausstellungen oder Künstlertreffen ins Haus.


Willi Wernz

1919 geboren in Mannheim
1934-38 Lehre als Schriftlithograph in Ludwigshafen
1940-45 Kriegsdienst
1946-48 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Willi Geiger
1954 Kunstpreis der Freunde der Bildenden Kunst e.V. München
1956 Kunstpreis des nordbadischen Raumes
1956 Stipendiat des Kunstkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.
1955-78 Lehrtätigkeit an der Abendakademie und Volkshochschule Mannheim; Kindermalstunden in der Kunsthalle Mannheim
1978-80 Lehrtätigkeit an der internationalen Sommerakademie für bildende Kunst in Salzburg Mitglied der Freien Akademie der Künste in Mannheim
1997 verstorben in Mannheim


Ausstellungen

1948 Kunsthalle Mannheim
1952 Ausstellung bei „Das Bild der Welt“ – Deutsche Malerei der Gegenwart, Kunsthalle Mannheim
1956 ars viva, Kulturkreis der Deutschen Industrie Baden-Baden
1959 Tendenzen 59, Universität Heidelberg
1960 Wanderausstellung Baden-Württembergischer Künstler in Frankreich
1961 Einzelausstellung Kunsthalle Mannheim
1962 Ausstellung Mannheimer Maler, Swansea, Wales
1964 Gruppenausstellung (Weiner, Emmerich, Wernz) Galerie Margarethe Lauter, Mannheim
1967 Kunsthalle Mannheim (Zeichnungen) Ausstellung des Künstlerbundes Baden-Württemberg
1968/69 Große Deutsche Kunstausstellung im Haus der Kunst München
1971 ars viva 71, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
1972 6 Mannheimer Zeichner, Kunstverein Mannheim
1973 Symposion der Künste, Mannheim
1974 Studio Proportion, Wasserbug am Inn, Zeichnungen
1974 Deutscher Künstlerbund, Mainz
1976 Deutscher Künstlerbund, Mannheim
1978 Galerie in der Goldgasse, Salzburg, Zeichnungen
1983 Willi Wernz, Malerei, Zeichnung, Arbeiten aus 30 Jahren, Künstlerbund Rhein-Neckar, Alte Feuerwache Mannheim
1986/87 Gruppenausstellung Sestola, Mannheim
1988 Gruppenausstellung Galerie im Kulturzentrum Alte Feuerwache
1991 Willi Wernz, Bilder und Zeichnungen 1951 – 1990, Kunsthalle Mannheim
1998 Ausstellung im Kurhaus Baden-Baden


Hofgut Kirschgartshausen, im Hintergrund das Herrenhaus
Hofgut Kirschgartshausen, Verwalterhaus

Das Hofgut Kirschgartshausen

Das Hofgut Kirschgartshausen ist seit geraumer Zeit nicht mehr bewohnt. Die Heizungsanlagen sind abgeschaltet, und von außen dringt Wasser in die Gebäude. Es steht zu befürchten, dass dem Gebäudekomplex ein ähnliches Schicksal widerfährt, wie das des alten Krankenhauses (Schule, Jugendgästehaus) in Sandhofen.

Um einem drohenden Zerfall der Bausubstanz entgegen zu wirken, soll nun versucht werden, das Hofgut wieder einer neuen Funktion zuzuführen. Dazu bedarf es sowohl eines Konzeptes, als auch eines oder mehrerer Investoren.

Im Februar 2014 fand auf Initiative des Arbeitskreises im Rahmen eines Ortstermins eine erste Besprechungsrunde statt. Daran Teil nahmen die Landtagsabgeordneten Dr. Fulst-Blei (SPD) und Raufelder (Grüne), der Vorsitzende des Vereins Stadtbild, Dr. Lothar Stöckbauer sowie der Leiter des Amtes Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Herr Müller, der für die Belange des Hofgutes zuständig ist. Die Bürgervereinigung war durch die Herren Steinmann, Keller und Keuerleber vertreten. Eine weitere Besprechungsrunde wurde vereinbart.

Zur Geschichte Kirschgartshausen nachfolgend ein kleiner Exkurs:

1272 erstmals als Husen bekannt, ursprünglich zur Wormser Burggrafschaft gehörig, wurde der Ort vom Wormser und Zweibrücker Lehnsmann Eberhard von Ehrenberg 1277 dem Wormser Zisterzienserkloster Kirschgarten verkauft. Das Kloster Kirschgarten trat das zum Hof umgebildete Dorf 1422 an die Kurpfalz ab, die darauf eine befestigte Domäne (Kellerei) bildete. 1684 überließ Kurfürst Karl den Hof als Erblehen an den Grafen Karl Ludwig von Sayn-Wittgenstein. 1767 kaufte die Hofkammer das Gut wieder zurück. Karl Friedrich von Baden gab es 1804 an seine damals noch unebenbürtigen Söhne, die Grafen von Hochburg. Aus dem Besitz der Markgrafen von Baden fiel Kirschgartshausen 1919 als Hausfideikommißgut wieder an den badischen Staat. (Quelle: Die Kunstdenkmäler in Baden-Württemberg, Stadtkreis Mannheim, Band II, Deutscher Kunstverlag, 1982)